Gedanken über die Welt von morgen

Ich war sehr gespannt und hatte so meine Vorstellungen von einem ehemaligen Innenminister: korrekt, zugeknöpft, will sich in Szene setzen, hört sich gern reden, eben Politiker.

„Ich habe leider nur 30 Minuten, dann muss ich zum nächsten Termin“, sagte er zu Beginn unseres Gesprächs. Na, toll, und ich wusste nicht mal, was ich ihn fragen wollte. Ich hätte mich besser vorbereiten sollen. Aber wie das so ist. Also fragte ich Formales, was jeder fragt, und versuchte meine Unsicherheit zu Timmüberdecken.
Er wischte alles beiseite und sagte, dass ich das alles nachlesen könne und er mir gern sagen würde, was ihm wichtig sei. „Umweltschutz, Klimaschutz, wie soll die Welt von morgen aussehen? Was für eine Welt wollen wir den Kindern überlassen? Wie können wir Energie sparen? Was könne jeder von uns heute tun?“ Das sind die Fragen, die ihn bewegen. Mecklenburg-Vorpommern hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Es will bis 2020 deutlich weniger Kohle, Öl und Gas verbrauchen. Das heißt natürlich mehr Unterstützung für Projekte und Betriebe im Bereich der erneuerbaren Energien. Das heißt aber auch Energie sparen. Hier könne jeder anfangen. Von der Energiesparlampe über Wärmedämmung und den Kauf regionaler Produkte. Zu diesen Themen möchte er gern das Bewusstsein schärfen und Menschen zum Handeln bringen. Im Herbst bietet er in unserem Stadtteil die Durchführung einer Energieberatung sowohl für Mieter als auch für Vermieter und Eigentümer an. Wir haben im Gespräch schon einmal den Oktober ins Auge gefasst und werden frühzeitig den Termin bekannt geben. Und schon sind die dreißig Minuten vorbei…
Was für ein Eindruck bleibt bei mir? Ein Mensch, der gern Politik entwickelt, mit dem man sich trefflich streiten kann und der – vielleicht das Wichtigste – nah an den Menschen ist. Na, das ist doch was. Ich habe nicht gefragt, worüber er seine Doktorarbeit geschrieben hat. Vielleicht gibt es ja ein nächstes Mal. Bei einem Infostand der SPD, bei der nächsten Wahl, hier im Stadtteil. Ach ja, nach seiner Meinung zum Kohlekraftwerk in Lubmin hätte ich noch fragen sollen. Das wäre nun wirklich wichtig gewesen.
Bernade Hartrampf-Yovogan


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