Hochschule Wismar vor 100.Geburtstag

Vorbereitungen zum Jubiläum in „heißer Phase“ …

Hauptgebäude der Hochschule WismarSeit 1908 ist Wismar ein Studienort, zunächst mit der Ingenieur-Akademie, heute mit der Hochschule Wismar.
Nachdem Schwerin-News am 25.11.2007 insbesondere die Entwicklung der Hochschulbibliothek bis Anfang der 1970er Jahre vorstellte, folgt heute der zweite Teil …

Veränderungen an der Bibliothek in den 1970ern

Mit der Abgabe erster Hochschulabschlußarbeiten durch die Studenten sieht sich die Bibliothek im April 1973 mit einer neuen Herausforderung konfrontiert – dem Aufbau eines Verfasser-, Schlagwort- und Standortkataloges für Hochschulschriften. Begonnen mit den Arbeiten hierzu wird im Frühsommer 1973.

Auch räumlich gibt es für die HSB Wismar einige Veränderungen. So wird vom 2. bis 23.Juli 1973 der Umzug der HSB, einiger Informationsstellen und des Archives in ein eigenes Gebäude („Block 23“) organisiert.

Strukturell gibt es an der HSB Wismar 1973 ebenfalls einige Innovationen. Mit Weisung Nr. 27/73 des Rektors werden im September 1973 die Informationsstellen der Sektionen und Abteilungen der Ingenieurhochschule der Bibliothek angeschlossen und „disziplinarisch“ dem Bibliotheksdirektor unterstellt. Somit vollzieht sich eine Vereinigung von Bibliothek und Informationsstellen.

Hochschulbibliothek Wismar 2007In diesem Zusammenhang wird noch im selben Monat beim methodischen Zentrum für wissenschaftliche Bibliotheken des MHF eine Arbeitsgruppe zur Festlegung der „Kann-Bestimmungen“ bei den RAK gegründet und mit der Umarbeitung des Zeitschriftenkatalogs nach RAK begonnen.

Das Hochschul-Archiv wird außerdem der HSB angeschlossen.
Eine „Marathon-Leistung“ erwartet vier Bibliotheksmitarbeiter – auf Grundlage der Beschlüsse der genannten Arbeitsgruppe – dann im Zeitraum Mai bis September 1974. Es erfolgt die „Ersetzung“ des AK durch RAK. So müssen 18000 Katalogkarten geändert werden; insgesamt sind zusätzliche 100 Überstunden dafür notwendig.

Eine „organisatorische Neuerung“ auf Initiative der Hochschule, die die Tätigkeit der Bibliothek betraf, aber keine lange „Lebensdauer“ hatte, nahm im Oktober 1974 ihre Arbeit auf: der Bibliotheks- und Informationsrat der Stadt Wismar.

Genau gegründet wird diese in „Übereinstimmung“ mit der Kulturkommission des Rates der Stadt Wismar am 29.Oktober 1974. Zunächst arbeiten dort unter dem Vorsitz des HSB-Direktors alle wissenschaftlichen Fachbibliotheken, Einrichtungen der Information/Dokumentation, Gewerkschaftsbibliotheken, das Stadtarchiv und der Buchhandel der Stadt mit.

Offizielle Aufgaben sind: „Koordinierung und gemeinsame Realisierung aller Aktivitäten, die für die Lösung kultur- und bildungspolitischer Aufgaben von vorrangiger Bedeutung sind“. Doch die Resultate dieser Kulturkommission sind eher dürftig. In den folgenden 3 Jahren werden z.B. durch gemeinsame Erarbeitung von Bibliographien und eines Bibliothekenführers Kooperationsleistungen erbracht. Jedoch das stetig nachlassende Interesse der Mehrzahl der Kommissions-Mitglieder stellt das Gremium Anfang 1978 seine Tätigkeit ein.

HS-Bibliothek mit saniertem AltbauErfreulich für die HSB Wismar ist aber die Übergabe neuer Einrichtungen/Personen in ihre Obhut. So werden im Januar 1975 an die Abteilung Vervielfältigung eine Druckerei mit Buchbinder, eine Pauserei, ein Fotolabor und ein „Technischer Zeichner“ übergeben.

Auch die Arbeitsvereinbarungen zwischen der HSB Wismar und wissenschaftlichen Bibliotheken der Bezirke Schwerin, Rostock und Neubrandenburg werden erweitert. Anfang 1975 kommt es zu entsprechenden Beschlüssen zwischen der Universitätsbibliothek Greifswald, der Universitätsbibliothek Rostock, der Bibliothek der Ingenieurhochschule Warnemünde/Wustrow und der HSB Wismar.

Im Jahr 1975 ergeben sich erneut räumliche Veränderungen für die HSB. So zieht die Informationsstelle SBW (sozialistische Betriebswirtschaft / einschließlich der Zweigbibliothek) aus den Räumen der Steinaracke in der damaligen Karl-Marx-Strasse in das Bibliotheksgebäude ein. Geplant ist, dass der Bestand der Zweigbibliothek in den Bestand der Zentralbibliothek einfließt.

Alle Informationsstellen befinden sich damit in einem Gebäude.
Aufgrund der großen Nachfrage an ausländischen Periodika durch die einzelnen Sektionen werden zahlreiche Publikationen, u.a. aus der UdSSR, in den Bestand aufgenommen und an den Zentralkatalog der DDR „Zeitschriften und Serien (ZKZ)“ gemeldet.

Verbesserungen und neue Bestände

Eine organisatorische Verbesserung bei der Betreuung der studierenden Leserschaft gibt es im Jahr 1976. Um eine qualitative „höhere“ Beratung zu erreichen, wird im März 1976 das Fachreferentensystem eingeführt.

Ein Höhepunkt im Jahr 1976 stellt die Eröffnung der Freihandbibliothek mit einem Bestand von 15572 Bänden, davon 12000 Lehrbücher, dar. Die Aufstellung erfolgt dabei nach Fachgruppen, bei der Belletristik nach Literaturgattungen. Anerkennung kann sich die Hochschulbibliothek Wismar dann ein Jahr später bei der „Woche des Buches“ 1977 in der Kunsthalle Rostock erwerben.

Im Wettbewerb der Universitäts- und Hochschulbibliotheken des Bezirkes Rostock erringt die HSB Wismar Platz 1. In den Folgejahren wird dieser Erfolg mehrfach bestätigt. Im Wettbewerb (später Leistungsvergleich) der wissenschaftlichen Bibliotheken im Bezirk Rostock kann in 11 Jahren sechsmal der 1.Rang erreicht werden.

FB Wirtschaft der Hochschule Wismar (Geb.)Erneute Verbesserungen bei der Literaturversorgung der Studenten stehen Anfang 1978 auf der „Tagesordnung“ der HSB Wismar. Unter diesem Aspekt wird im Ergebnis der bei der probeweisen Einführung der Seminargruppenausleihe an die Studenten der Sektion SBW (sozialistische Betriebswirtschaft) im Studienjahr 1977/78 gewonnenen Erfahrungen die Seminargruppenausleihe für die Studenten des 1. und 2.Studienjahres aller Sektionen vorbereitet.

Mit der in der Praxis gelungenen Organisationsform und durch das Verteilungsprinzip ist für die Studenten ein einfacherer Zugang zur Pflichtliteratur möglich. Des Weiteren erfolgt durch die Übernahme von Bestellungen aus der Abteilung Wissenschaftliche Information die Zentralisierung aller Fernleihbestellungen in der Abteilung Benutzung. Eine zusätzliche Neuerung für die Studenten des 1. und 2.Studienjahres aller Sektionen ist die Einführung der Seminargruppenausleihe. Dafür werden 1600 Bände vorbereitet.

Technische Neuheiten und weitere Recherche- sowie Informationsmöglichkeiten

Auf der Grundlage der „Richtlinie für die Durchführung der Nutzerschulung an den Universitäten, Hochschulen und Medizinischen Akademien im Bereich des MHF vom 23.12.1977“ wird die Weisung Nr.2/78 des Rektors zur Realisierung der „Richtlinie für die Durchführung der Nutzerschulung an den Universitäten, Hochschulen und Medizinischen Akademien im Bereich des MHF vom 23.12.1977“ an der Ingenieurhochschule Wismar erarbeitet.

Im „Klartext“ bedeutet dieses, dass für die Studenten des 1.Studienjahres eine Vorlesung (gesamte Matrikel der Sektion), eine Führung durch die Bibliothek (seminargruppenweise) und eine Übung an den Katalogen durchgeführt werden. Für die Studenten des dritten Studienjahres wird eine Vorlesung vor der gesamten Matrikel gehalten.

Das Jahr 1980 ist vor allem durch gesellschaftspolitisch-propagandistische Aktivitäten der Hochschulbibliothek Wismar gekennzeichnet, die mit der bibliothekswissenschaftlichen Arbeit eigentlich nur geringfügig zu tun haben …

So müssen „politische Höhepunkte“, wie die 18.Arbeiterfestspiele oder Ausstellungen zur deutsch-sowjetischen Freundschaft, von den Mitarbeitern der Bibliothek mitvorbereitet werden. Dennoch gibt es daneben ebenfalls bibliotheksspezifische Beschlüsse:

Die Absicherung der komplexen Literaturversorgung der Studenten als auch die Intensivierung der Kooperation mit anderen Einrichtungen sind hier zwar nur „Allgemeinplätze“. Größere Bedeutung haben allerdings u.a. die „Konzeption zur Entwicklung der Information und Dokumentation“ und die „Erweiterung des internationalen Schriftentums“.

Insbesondere zur erstgenannten Zielstellung gibt es konkrete inhaltliche Vorstellungen hinsichtlich der Nutzung und Propagierung des VINITI-Magnetbanddienstes. Im März 1981 kommt es diesbezüglich zu einer Kooperation zwischen der IH Wismar und dem ZIID Berlin.

Weitere Neuheiten in der Hochschulbibliothek Wismar gibt es im Mai und November 1981. So wird im Rahmen einer Fachschulabschlußarbeit eine Konzeption zum Aufbau einer Informationsstelle im FAZ Landbau erarbeitet und umgesetzt.

Zudem muß – „in Auswertung des Politbürobeschlusses vom 18.3.1980, der V.Hochschulkonferenz vom 4./5.9.1980 und der Rektorenkonferenz vom 9.1.1981“ – eine Überarbeitung und Präzisierung des Maßnahmeplanes zur Entwicklung der Information und Dokumentation an der IH Wismar durchgeführt werden.

Auch der „technische Fortschritt“ hält Einzug in die Hochschulbibliothek Wismar: Im Januar 1982 wird eine Kopierstelle eröffnet. Damit wird eine weitere Verbesserung auf dem Gebiet der Literaturbereitstellung für die Nutzer geschaffen.

Früherer Studienort: Heiligen-Geist-Kirche HWIDie Kopierstelle ist mit einem sowjetischen, einem Lese-Rückvergrößerungsgerät sowie einem Dupliziergerät ausgestattet. Dadurch sind alle Voraussetzungen für die Herstellung von Reprographien, entsprechenden Vergrößerungen und Mikrofiche-Duplikaten geschaffen.
Neue Möglichkeiten für die Hochschulbibliothek Wismar gibt es im Bereich „Recherche-Tätigkeit“.

Durch die Kooperationsvereinbarung zwischen der Bauakademie der DDR, Bauinformation, und der Hochschulbibliothek der Technischen Hochschule Leipzig zur Nutzung des Dokumenten-Informationsrecherchesystem bauselectronic wird eine Nachnutzung dür Recherchen durch die Hochschulbibliothek ermöglicht.

HSB – zwischen „Wassereinbruch“ und weiteren Kooperationen …

Engere Kooperationen zwischen der HSB Wismar und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen ergeben sich Ende 1982. So arbeitet die HSB seit Dezember 1982 im Fachnetz Wirtschaftswissenschaften mit. Das Fachnetz wird in 3 Etappen aufgebaut:

1.Etappe – Festigung der Grundstruktur (bis 1985)
2.Etappe – Einbeziehung weiterer wirtschaftswissenschaftlicher Einrichtungen, speziell aus den Hoch- und Fachschulen (bis 1988)
3.Etappe – Sicherung der vollen Funktionsfähigkeit des Informationsnetzes (ab 1986).

Doch die Tätigkeit der Hochschulbibliothek Wismar wird durch einen unerwarteten Unfall 1983 beeinträchtigt. Durch einen Wassereinbruch in die Magazinräume entstehen erhebliche Schäden an 2600 Büchern.

Zwar können durch den schnellen Einsatz der Bibliotheks-Mitarbeiterinen größere Schäden an den Büchern verhindert werden – die Mehrzahl der genannten Bücher kann weiterhin genutzt werden – aber ein Großteil der literarischen Werke muß buchbinderisch bearbeitet werden, was finanzielle Mehrkosten mit sich bringt.

Im Rahmen neuer Kooperationen zwischen der Hochschulbibliothek Wismar und westdeutschen Einrichtungen werden seitens der Wismarer im Oktober 1983 verstärkt Aktivitäten zur Erweiterung des internationalen Schriftentausches ausgelöst, wobei 11 neue Tauschpartner in der Bundesrepublik gewonnen werden.

Der Schriftentausch ist zur damaligen Zeit die einzige Möglichkeit zur Erwerbung von Literatur des „nichtsozialistischen Auslandes“.
Zur weiteren Verbesserung des Leihverkehres im Bereich „Ingenieurwesen/Maschinenbau“ kommt es im November 1983. Die ständige Arbeitsgruppe des Fachnetzes Maschinenbauingenieurwesen konstituiert sich in der Bibliothek der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt, der zentralen Fachbibliothek der DDR für Maschinenbauingenieurwesen.

Damit nimmt das Fachnetz seine Tätigkeit offiziell auf. Am 21.November 1984 unterzeichnet dann der Direktor der Hochschulbibliothek Wismar, Johannes Freydank, den Kooperationsvertrag für das Bibliotheksfachnetz „Maschineningenieurwesen“.

Neue Möglichkeiten der beruflichen Qualifizierung ergeben sich auch für die Angestellten der Hochschulbibliothek Wismar ab Dezember 1983. Auf der Leitungssitzung der Bezirksgruppe Rostock des Bibliotheksverbandes der DDR wird beschlossen, gemeinsam mit der Bezirkskulturakademie die Weiterbildung der Bibliotheksfacharbeiter auf Bezirksebene im Jahr 1984 zu beginnen. Vier Konsultationsstützpunkte werden gebildet:

Rostock, Stralsund, Greifswald und Wismar. Für die Durchführung der Weiterbildung der Bibliotheksfacharbeiter aus den Kreisen Grevesmühlen und Wismar ist die Hochschulbibliothek der Hansestadt verantwortlich. Ab 20.Juni 1984 werden in Wismar jährlich zwei Weiterbildungsveranstaltungen organisiert.

Nach dem Bereich „Maschineningenieurwesen“ wird auch der Leihverkehr im Bereich „Elektrotechnik/Elektronik“ verbessert. Im Januar 1984 unterzeichnet der Direktor der Hochschulbibliothek Wismar den Kooperationsvertrag für das fachliche Bibliotheksnetz „Elektrotechnik/Elektronik“.

Die Konstituierung der ständigen Arbeitsgruppe des Bibliotheksnetzes erfolgt am 6.Juni 1984 in der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Dresden, der zentralen Fachbibliothek der DDR für Elektrotechnik/Elektronik. Damit nimmt das fachliche Bibliotheksnetz seine Arbeit offiziell auf.

Allerdings nicht nur wissenschaftlich spezifischen Anliegen der damaligen Zeit muß sich die Hochschulbibliothek Wismar widmen.

„Zu Ehren des 35.Jahrestages der Gründung der DDR“ müssen von den Mitarbeitern zahlreiche zusätzliche Verpflichtungen übernommen werde, u.a. Erweiterung des marxistisch-leninistischen Anschauungsmaterials für die Vorlesungen der Nutzerschulungen, Aufstellung des Informationsthemenplanes mit 22 Themen als erste Aufgabe zur Realisierung der „Ordnung für die wissenschaftliche Information und Dokumentation an der Ingenieur-Hochschule Wismar“.

Zudem müssen in Vorbereitung des XI.Parteitages der SED von den Angestellten anspruchsvolle Verpflichtungen abgegeben werden, so z.B. die Unterstützung des Jugendobjektes „Bibliothek `Jugend und Sozialismus`“.
Eine wichtige Tätigkeit für die Bereicherung des Literaturangebotes der Hochschulbibliothek Wismar wird im Mai 1985 in Angriff genommen.

Dabei ist die Erweiterung und Qualifizierung des Schriftentausches eine Schwerpunktaufgabe im Bereich „Erwerbung“. Was 1983 mit den Kooperationen zu westdeutschen Partnerbibliotheken begann, soll nun forciert werden. So werden im Mai und Juni 1985 148 wissenschaftliche Institutionen im Ausland angeschrieben und 22 neue Tauschpartner gefunden.

Mehr Effizienz in der bibliothekarischen Arbeit

Neue strukturelle Impulse für die Tätigkeit der Hochschulbibliotheken ergibt die Anweisung 8/1985 des MHF über die Aufgaben der Universitäten und Hochschulen bei der Entwicklung und Gestaltung der Informationsarbeit als Teil des Forschungsprozesses, welche die Aufgaben und die Verantwortung der Einrichtungen auf diesem Arbeitsgebiet regeln soll.

Ziel diesbezüglich ist die enge Verbindung der wissenschaftlichen Information mit der Forschung, um die Effektivität der wissenschaftlichen Arbeit zu erhöhen bzw. zu sichern, so dass in Forschung und Lehre ständig der aktuelle internationale Stand berücksichtigt werden kann.

Auf der Grundlage der genannten Anweisung wird in enger Zusammenarbeit mit dem Direktor für Forschung und in Abstimmung mit den Stellvertretern für Forschung der Sektionen mit der Überarbeitung der im März 1984 vom Rektor bestätigten „Ordnung für die wissenschaftliche Information/Dokumentation an der Ingenieur-Hochschule Wismar“ begonnen.

Neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Bibliotheken der Hochschulen sowie „Informationsstellen“ der Industriebetrieben werden im November 1985 in Rostock erörtert. Dort wird am 14.November 1985 die Arbeitsgemeinschaft „Technische Bibliotheken und Einrichtungen der Information/Dokumentation“ im Rahmen der Bezirksgruppe Rostock des Bibliotheksverbandes der DDR gegründet.

An ihr arbeiten Universitäts- und Hochschulbibliotheken sowie Fachbibliotheken und Informationseinrichtungen der Industrie mit. In Umsetzung des „Beschlusses des Sekretariates des ZK der SED vom 12.Dezember 1984“ stellt sich die AG die Aufgabe, bessere kooperative Möglichkeiten der Nutzung des großen Potenziales der Bibliotheken und Informationseinrichtungen im Bezirk Rostock „im Interesse höherer Leistungen für Wissenschaft und Technik zu finden“.

Verschiedene Baumaßnahmen in der Hochschulbibliothek stehen in den ersten Monaten des Jahres 1986 im Vordergrund. So werden insbesondere in der Ausleihe verschiedene Umbauten vorgenommen, um die notwendige Erweiterung der Kataloge und des bibliographischen Handapparates vornehmen zu können.

Verstärkter Einsatz der EDV

Im Juni 1986 wird zudem die Neuerervereinbarung zur Thematik „Erarbeitung einer Konzeption für den Einsatz von Bürocomputern zur Rationalisierung von Arbeitsprozessen in der Bibliotheksarbeit und wissenschaftlichen Information/Dokumentation“ verwirklicht. Mit dem Einsatz der EDV (ab 1987 PC 1715) soll vor allem der Fernleihverkehr erleichtert werden.

Nach den Bereichen „Maschinenbauingenieurwesen“ und „Elektrotechnik/Elektronik“ wird zwischen 46 Bibliotheken und Informationseinrichtungen, darunter der HSB Wismar, der Kooperationsvertrag für das fachliche Bibliotheksnetz „Bauwesen“ im Mai 1987 vereinbart. Vorrangige Ziele sind es, die Effizienz der Literatur- und Informationsversorgung für Forschung, Entwicklung, Lehre und Praxis auf diesem Gebiet zu erhöhen.

Erfreuliches gibt es im Jahr 1988 für die Hochschulbibliothek Wismar. Im Leistungsvergleich der wissenschaftlichen Bibliotheken des Bezirkes Rostock für das Berichtsjahr 1987/88 wird die Einrichtung in Wismar mit dem 1.Platz ausgezeichnet – seit 1976 zum 7.Mal.

Anläßlich des 80.Jahrestages der Gründung der Ingenieur-Akademie Wismar wird dem Gebäude der Hochschulbibliothek der Name „Robert-Schmidt-Bau“ verliehen. In Anwesenheit von Dr. Hermann Schmidt, dem Enkel des Gründers der damaligen Akademie, enthüllt der amtierende Rektor, Prof. Heinrich Preuß, die Schriftzüge am Bibliotheksgebäude.

Von der Bibliothek der Ingenieurhochschule zur Bibliothek der Technischen Hochschule

Eine Verbesserung des Status erhält die Wismarer Einrichtung im Auftrag des „Ministerrates der DDR“ – aus der „Ingenieur-Hochschule“ wird die „Technische Hochschule“.
Veränderungen gibt es in Wismar aber nicht nur „formal“. Auch der verstärkte Einsatz der EDV verändert die Arbeitsweise und Effektivität innerhalb der Hochschulbibliothek Wismar.

Hatte die Hochschulbibliothek Wismar 1988 noch fast 40 Mitarbeiter, so sollte sich deren Zahl mehr als halbieren. Ein Umstand, der sowohl dem effektiveren Gebrauch der EDV als auch der gesellschaftlichen Veränderungen ab Oktober 1989 geschuldet war.

Nicht nur Steigerung der Produktivität sollte das Motto sein, sondern auch eine kostensparende Arbeitsweise. Dennoch gehört die Hochschulbibliothek Wismar, mit erfolgter Einweihung eines neuen Gebäudes im Jahr 2000, zu den niveauvollsten und beliebtsten in Deutschland … !

… „Genau“ seit September 2000 besitzt die Hochschule Wismar einen Bibliotheks-Neubau mit separaten Arbeitsräumen für Studenten, Lesesaal mit Computer-Arbeitsplätzen und Internet-Zugang sowie einen komplexen Literaturbestand der einzelnen Fachbereiche. Zwei Jahre später, im Juni 2002, konnte ebenfalls der sanierte Altbau der Hochschulbibliothek auf dem Campus der Hochschule Wismar genutzt werden.

T/F: Marko Michels


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