Skip to main content

Schwerin-NEWS.de Nachrichten-Archiv

Zweites WEMAG-Batteriespeicherkraftwerk geht in Schwerin ans Netz

Leistung auf 10 MW verdoppelt und Speicherkapazität auf 15 Megawattstunden verdreifacht

Der Vorsteher des Kommunalen Anteilseignerverbandes der WEMAG Michael Ankermann, WEMAG-Vorstand Caspar Baumgart, der Referatsleiter im Energieministerium Dr. Steffen Lindemann und Schwerins Vize-Oberbürgermeister Bernd Nottebaum beim Rundgang mit Batteriespeicher-Geschäftsführer Tobias Struck (v.l.). Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Schwerin – In der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns hat das zweite Batteriespeicherkraftwerk des Öko-Energieversorgers WEMAG offiziell seinen Betrieb aufgenommen. Das neue Kraftwerk liefert eine Leistung von zehn Megawatt (MW) und damit doppelt so viel, wie das im Juli 2014 ans Netz gegangene erste Batteriespeicherkraftwerk. Caspar Baumgart bezeichnete die mit überwiegend eigenen Ressourcen realisierte Erweiterung des vorhandenen Batteriespeichers als ein Gesellenstück des Unternehmens. „Wir wollen damit unsere Innovationskraft auf dem Gebiet des Speicherbaus unterstreichen und anderen Marktteilnehmern dieses Know-how anbieten“, sagte der WEMAG-Vorstand. So sollen den Kunden künftig komplette Speichersysteme schlüsselfertig angeboten werden. Der Energieversorger mit Stammsitz in Schwerin hat in die Planung, Erweiterung und Inbetriebnahme des Batteriespeicherkraftwerkes Schwerin 2 etwa 5,2 Mio. Euro investiert.

„Das Batteriespeicherwerk ist ein wichtiger und zukunftsweisender Beitrag zur Energiewende“, sagte Energieminister Christian Pegel. „Es erhöht die Stabilität der Stromnetze und zeigt, dass Mecklenburg-Vorpommern zu den Wegbereitern der erneuerbaren Energien zählt.“

Auf Grundlage des bestehenden 5-MW-Batteriespeichers Schwerin 1 hat die WEMAG die Erweiterung eines weiteren Batteriespeicherkraftwerkes Schwerin 2 zur Erbringung von Primärregelleistung geplant und errichtet. „Mit der Inbetriebnahme von Schwerin 2 hat sich die nutzbare Speicherkapazität des Batteriespeicherkraftwerks auf 15 Megawattstunden verdreifacht“, erklärte Tobias Struck, Geschäftsführer der Batteriespeicher Schwerin GmbH & Co. KG, der bei der WEMAG auch den Bereich Speicher und Projekte verantwortet. Die präqualifizierte Leistung von insgesamt 10 MW wird über einen technischen Verbund aus 53.444 Lithium-Ionen-Akkus in 215 Batterieschränken, 18 Wechselrichtern, neun Transformatoren und einer Mittelspannungsanlage bereitgestellt.

Der WEMAG-Speicher in Schwerin ist der europaweit größte hybride Lithium-Batterien-Verbund. „Wir haben mit unserem Partner Younicos zwei unterschiedliche Batteriegenerationen unter einem Dach integriert, was insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Klimatisierung und der stark gestiegenen Kapazität neuer Batterien eine Herausforderung war“, ergänzte Struck. Der Speicher bietet noch Ausbaureserven, um auch künftige Batteriegenerationen zu integrieren und das Portfolio möglicher Systemdienstleistungen zu erweitern.

Mit einer Leistung auf 10 Megawatt und einer Speicherkapazität von 15 Megawattstunden ist das WEMAG-Batteriespeicherkraftwerk jetzt am Netz. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Zur Refinanzierung wird die vom Übertragungsnetzbetreiber präqualifizierte Leistung des Batteriespeichers in Höhe von 10 MW am Primärregelleistungsmarkt angeboten. In wöchentlichen Auktionen werden die Preise für die Bereitstellung der notwendigen Regelleistung von 575 MW für Deutschland ermittelt. Diese wird wochenweise je Megawatt Regelleistung vergütet und so den Betrieb des Speichers finanzieren. Seit der Inbetriebnahme des Batteriespeicherkraftwerks Schwerin 1 konnte die Anlage 127 Mal vermarktet werden und hat davon 123 Zuschläge erhalten.

Der Batteriespeicher hat in erster Linie die Aufgabe, bei schwankender Einspeisung des Stroms aus Erneuerbare-Energien-Anlagen das Stromnetz zu stabilisieren. Darüber hinaus soll der stationäre Großspeicher für den Wiederaufbau des Stromnetzes nach Großstörungen im elektrischen Versorgungsnetz sorgen, so dass Schäden in Millionenhöhe vermieden werden können. Vor diesem Hintergrund soll derzeit ein innovatives Schwarzstartkonzept unter dem Titel „Kickstarter“ zur Marktreife gebracht werden. Es wird von einem Konsortium bestehend aus der Energieversorgung Schwerin GmbH & Co. Erzeugung KG, dem Lehrstuhl für Elektrische Energieversorgung der Universität Rostock, der WEMAG AG und der Younicos AG realisiert sowie von der Förderinitiative „Zukunftsfähige Stromnetze“ des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert.

WEMAG

Ähnliche Beiträge

Bewaffneter Raub in Schwerin

Am 14. Dezember 2019 kam es gegen 15:15 Uhr in der Von-Stauffenberg-Straße in Schwerin zu einem bewaffneten Raub. Der Inhaber des Gemüseladens Höhe der Hausnummer 44 wurde von einem männlichen Tatverdächtigen mit einem Messer bedroht und zur Herausgabe der Kasse aufgefordert. Der 61-jährige Geschädigte konnte weglaufen und sich in Sicherheit bringen. Das nutzte der Täter […]

Alkoholisierter Dieb wird durch Schiebetür gebremst

Zu einem Polizeieinsatz kam es am gestrigen Abend, 13.12.2019, gegen 21:00 Uhr in der Lübecker Straße in Schwerin. Anlass war ein Vorfall in einem Supermarkt, bei dem sich ein 36-jähriger Dieb aggressiv verhielt. Nachdem der Tatverdächtige im Kassenbereich auf ein alkoholisches Getränk in seinem Beutel angesprochen wurde, versuchte dieser fluchtartig den Supermarkt zu verlassen. Dabei […]

Verkehrsunfall mit schwer verletzter Person in Schwerin

Am heutigen Freitag, den 13. Dezember 2019 gegen 13:45 Uhr, ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall an der Kreuzung Wismarsche Straße / Möwenburgstraße in Schwerin. Eine Straßenbahn fuhr aus Richtung Bürgermeister-Bade-Platz in Richtung Klinikum. Die Straßenbahn fuhr nach Zeugenaussagen bei roter Lichtsignalanlage und kollidierte dabei mit einer 56-jährigen Fahrzeugführerin, welche bei grüner Ampel links auf den […]