Die EURO 2008 im Blickfeld

Part 3: Die EM wird Erfolgsgeschichte …

EURO 2008Während der Fußballsport sogar in Schwerin Begeisterung auslöste, war Europa noch immer ohne eigenen Fußball-Verband. Sogar die südamerikanische Konkurrenz war da schon weiter …

Vier europäische Länder, Österreich, Italien, die Tschechoslowakei und Ungarn, „rafften“ sich jedoch „auf“ und beschlossen im Juli 1927 in Venedig auf Betreiben eines „Ösis“ (Die EURO 2008 ließ da schon grüßen …), des verdienstvollen Sportfunktionärs Hugo Meisl, einen Mitropa-Cup für Klubs und einen Europapokal für National-Teams auszutragen.

Der „Europapokal“, der „Coupe Internationale europeenne“, der zwischen 1927 und noch bis 1960 (! – Als es den EC für Nationalmannschaften schon gab …) ausgespielt wurde, war „de facto“ der Verläufer des EC für Nationalmannschaften bzw. der EM.

Nach dem Stifter dieses „Europapokals“, des tschechoslowakischen Außenministers Antonin Svehla hieß dieser zunächst im Volksmund „Svehla-Cup“, dann – nach dem plötzlichen Tod des herausragenden ÖFB-Präsidenten Josef Gerö – ab 1954 „Gerö-Cup“.

Die Sieger dieses Wettbewerbes für europäische Nationalmannschaften lauteten: 1927/30: Italien, 1931/32: Österreich, 1933/35: Italien, 1948/53: Ungarn und 1955/60: Tschechoslowakei.

Der Italiener Barassi, der Belgier Crahay und vor allem der Franzose Delauny knüpften an die Erfahrungen dieses Wettbewerbes an und machten 1952 zahlreiche Vorschläge zur Bildung eines europäischen Fußball-Verbandes, eine erste offizielle Sitzung der „Fußball-Vertreter“ einiger Länder Europas fand dann in Zürich statt, aber erst am 2.März 1955 gab es die erste offizielle Generalversammlung der UEFA (Gründung: 1954).
1955/56 wurde der erste Wettbewerb um den Europacup der Landesmeister ausgespielt; die europäischen Länder mussten noch etwas warten.
Erst im Frühjahr 1958 wurde letztendlich der Wettbewerb der europäischen Nationalmannschaften der UEFA ausgeschrieben – unter der Voraussetzung, dass mindestens 16 Verbände ihr „Okay“ gaben. Am Ende waren es gerade mal 17 – das Interesse an diesemWettbewerb blieb insbesondere in Westeuropa eher verhalten.
Der Siegerpokal sollte – angesichts der Verdienste des Generalsekretärs des französischen Fußballverbandes (Dieser hatte bereits 1927 „Pläne“ zur Austragung einer europäischen Meisterschaft für Nationalmannschaften !) – „Henri-Delauny-Pokal“ heißen.

Die ersten Spiele für den neuen europäischen Wettbewerb für Ländermannschaften fand zwischen der Tschechoslowakei und Irland statt: Die Tschechoslowaken verloren zwar ein in Dublin am 5.April 1958 0:2, revanchierten sich in Bratislava aber mit 4:0.
Die Sowjetunion und Ungarn bestritten dann am 28.September 1958 im Moskauer Lenin-Stadion das erste „EM“-Achtelfinalspiel , wobei die „Sbornaja“ mit 3:1 gegen den Vize-Weltmeister von 1954 siegte.

Deutschland-West verzichtete auf den neuen Wettbewerb, Deutschland-Ost spielte aber mit. Allerdings nicht lange: 0:2 und 2:3 verlor die DDR ihre Achtelfinalspiele gegen Portugal.
24 Spiele sollten notwendig sein, um die Halbfinalisten im K.O.-Modus zu ermitteln, doch nur 22 Spiele fanden statt. Francos Spanien verzichtete auf die Viertelfinalspiele gegen Chrustschows UdSSR. Diese „Diktatorheiten“ kosteten Espanas Spielern das mögliche Halbfinale, für das sich die sowjetischen Spieler kampflos qualifizierten.

Die Vierer-Endrunde des „Europapokals der Nationalmannschaften“ fand dann zwischen dem 6. und 10.Juli in Marseille und in Paris statt.
Gastgeber Frankreich, die „Grande Nation“, hatte es dort gleich mit drei „realsozialistischen Ländern“ zu tun. Und für die „gallischen Hähne“ ging dieses Kräftemessen nicht gut aus. Das irre spannende Halbfinale unterlag Frankreich gegen Jugoslawien mit 4:5 und dann noch das Spiel um Bronze gegen die CSSR mit 0:2.

Lew JaschinIm Finale standen sich letztendlich die klasse Teams aus der Sowjetunion und aus Jugoslawien gegenüber und lieferten sich ein packendes Duell. Die Jugoslawen mit Jerkovic, Galic oder Kostic waren zunächst das überragende Team, doch Goalie Lew Jaschin, wohl der beste Fußball-Torhüter aller Zeiten, war fast unüberwindbar. Zwar gingen die Jugoslawen mit 1:0 in Führung, doch die Sowjets glichen in Halbzeit 2 aus und entschieden die notwendige Verlängerung für sich.
Der erste Sieger des „Europapokals für Nationalmannschaften“ und „de facto“ erster „europäischer Meister“ war damit die Sowjetunion.

Der zweite „Europapokal für Nationalmannschaften“ 1964 fand nach gleichem Muster wie 1960 statt – noch immer ohne Deutschland-West, aber mit Deutschland-Ost. Die Ost-Kicker warfen dabei in der Vorrunde den Vize-Weltmeister aus der CSSR mit 1:1 und 2:1 aus dem Rennen, aber im Achtelfinale war wieder Schluß: Gegen die Magyaren verlor die DDR mit 1:2 – zudem gab es noch ein 3:3.

Triumphator der Vierer-Endrunde vom 17.Juni 1964 bis 21.Juni 1964 war Gastgeber Spanien, das den ersten EC-Sieger, die Sowjetunion, mit 2:1 distanzierte. Dritter wurde DDR-Bezwinger Ungarn, das die Dänen mit 3:1 schlug.

Nach dem großen Erfolg der beiden Auftakt-Turniere 1960/64 beschloss die UEFA den „EC für Nationalmannschaften“ endgültig unter ihre „Obhut“ zu nehmen und nahm eine Namensänderung vor. Aus dem „Europapokal der Nationalmannschaften“ wurde die „Europameisterschaft“.

Und für die „EURO 1968“, also vor 40 Jahren wurde die erste offizielle Europameisterschaft im Fußballsport ausgetragen, meldeten sowohl Deutschland-Ost als auch Deutschland-West.
Und beide waren zumindest schon bei dieser EM „geeint“. „Geeint“ im Scheitern in der Qualifikation … Die Bundesdeutschen scheiterten an den Jugoslawen; die DDR musste Ungarn den Vortritt lassen, zeigte jedoch mitreißende Spiele gegen Holland (zu Hause 4:3-Sieg), gegen Ungarn (zu Hause 1:0-Sieg) und gegen Dänemark (daheim 3:2-Sieg).
Insgesamt 31 Länder beteiligten sich an den Spielen zur EM-Qualifikation 1968 und erneut gab es eine Vierer-Endrunde, dieses Mal vom 5.Juni 1968 bis 10.Juni 1968 in Neapel, Florenz und Rom.

UdSSR-England 1968Im Halbfinale traf Italien auf die Sowjetunion und es gab einen „morbiden Ausgang“: Nach der Verlängerung stand es zwischen beiden Teams 0:0 und da es damals noch kein Elfmeterschießen gab, entschied das Los (!) und hier waren die Azzuris die „Glücklicheren“. Im zweiten Halbfinale hatte es Deutschland-West-Bezwinger Jugoslawien mit England zu tun – und drei Minuten vor Schluß setzte Dzajic einen „Schlussstrich“ unter die englischen EM-Träume.

Das Finale verlief ähnlich kurios und furios wie die Halbfinals.
Das erste Endspiel endete 1:1 nach Verlängerung (Das Finale sah keinen Los-Entscheid vor – glücklicherweise !) und im zweiten Finalspiel siegte dann Italien mit Super-Torwart Dino Zoff, der noch 1982 Weltmeister wurde, mit 2:0 gegen die Jugoslawen.
Dritter wurde England vor der Sowjetunion.

EM-1. 1968 - ItalienDa auch die EM 1968 ein riesiger Erfolg wurde, konnte die Fußball-EM sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem echten sportlichen Spektakel entwickeln, wobei die (west-)deutsche Auswahl hier einen überragenden Anteil hatte.

So siegte die wohl beste deutsche Mannschaft aller Zeiten u.a. mit Beckenbauer, Breitner, Grabowski, Heynckes, Hoeneß, Höttges, Sepp Maier, Gerd Müller, Netzer, Schwarzenbeck und Wimmer gegen die Sowjetunion im EM-Finale 1972 klar mit 3:0 und zeigte Angriffs-Fußball der Extra-Klasse.

Vier Jahre später schaffte es die Bundesrepublik erneut ins Finale, unterlag in einem hochdramatischen Spiel der CSSR mi 3:5 im Elfmeterschießen, wobei es 2:2 nach Verlängerung gestanden hatte. Die CSSR hatte nach 25 Minuten bereits mit 2:0 geführt, ehe Hölzenbein in der 90.Minute noch das 2:2 gelang …Im Elfmeterschießen verschoß dann leider Uli Hoeneß den entscheidenden Elfer, während Panenka verwandelte.
Überhaupt mussten alle Endrundenspiele in die „Extra-Zeit“ – die EM 1976 lebte von der Spannung und Dramatik.

Michel PlatiniKaiser Franz1980 gewann dann wieder Deutschland-West mit 2:1 im Finale gegen Belgien, wobei es erstmals eine Endrunde mit 8 Teams gab.
Allerdings erwischte es die DFB-Auswahl 1984 bei der Endrunde in Frankreich bereits in der Vorrunde, nach einem 0:1 gegen Spanien mussten die Koffer gepackt werden. Im französischen Fußball-Jahr 1984, die Franzosen wurden auch Olympiasieger in Los Angeles gegen Brasilien, konnte die Mannschaft im Endspiel Spanien mit 2:0 bezwingen.
1988 sah dann ein klasse Oranje-Team unter Trainer Rinus Michels, das im Finale der UdSSR beim 2:0 keine Chance ließ.
1992 siegte dann „Danish Dynamite“, das Überraschungsteam der EM, das erst nach dem Ausschluß Jugoslawiens (wegen des Bürgerkrieges dort) in die Endrunde „nachrückte“. Deutschland verlor das Finale gegen die vermeintlichen Underdogs aus Dänemark mit 0:2.

Dino ZoffDafür durften die Deutschen 1996 jubeln. Erstmals fand die Endrunde mit 16 Mannschaften statt und nach einem „Hitchcock-Halbfinale“ gegen die englischen Gastgeber (1:1 nach Verlängerung und 5:6 nach Elfmeterschießen) erreichte das Team von Berti Vogts das Finale gegen Tschechien. Dank eines „Golden Goal“ von Oliver Bierhoff in der 95.Minute wurde „Old Germany“ 1996 zum dritten Mal Europameister.

Die Endrunden danach waren aber „Asche“ aus deutscher Fußball-Sicht. Jeweils bereits inder Vorrunde kam das Aus.
2000, Endspiel in Rotterdam, gewann Frankreich gegen Italien mit 2:1 nach Verlängerung und das, obwohl die Italiener bis zur 90.Minute mit 1:0 führten, ehe Wiltford das 1:1 markierte. In der 103.Minute sorgte Trezeguet mit einem „Golden Goal“ für den Triumph Frankreichs.

Der letzte Champion kam hingegen aus Griechenland, das mit dem „griechischen Riegel“, einem ziemlich öden Defensiv-Fußball, nicht nur den Offensiv-Künstlern aus Portugal oder Tschechien den „Nerv zog“, sondern ach den neutralen Fußball-Fans.
Für Trainer Otto Rehhagel dürfte damit wohl ein „Denkmal an der Akropolis winken“. Aber sei wie es sei, den Griechen ist der Erfolg bei der EURO 2004 von Herzen zu gönnen !

EM-Maskottchen 2008Bei der EURO 2008 in Österreich/in der Schweiz trifft Deutschland in der Vorrunde/Gruppe B auf Polen, Österreich und Kroatien – eine machbare Sache der DFB-Elf von Trainer Jogi Löw. Eine „Todesgruppe“ ist die Staffel C mit Holland, Rumänien, Frankreich und Italien, in der jeder jeden schlagen kann. Spannend wird es auch in Gruppe D, in der Titelverteidiger Griechenland, Schweden, Russland und Spanien aufeinander treffen.

In der Gruppe A spielen letztendlich Gastgeber Schweiz, Tschechien, Portugal und die Türkei gegeneinander – mit Tschechien als großen Favoriten (In der Quali verwiesen sie Deutschland auf Rang zwei !).

Das Finale am 29.Juni „steigt“ in Wien, wenn hoffentlich Michael Ballack & Co. den vierten Titelgewinn für Deutschland „markieren“ werden !
Übrigens: Der Euro-Rekordschütze bei Endrunden ist der Franzose Michel Platini mit 9 Treffern, gefolgt von Alan Shearer (England) mit 7 Treffern und Patrick Kluivert (Holland) mit 6 Toren. Bester Deutscher hier: Jürgen Klinsmann mit 6 „Goals“.
Die meisten EM-Einsätze aus deutscher Sicht hatten bisher Thomas Hässler und Jürgen Klinsmann mit jeweils 13.

Auch Spieler aus „Meck-Pomm“ hatten ihre Einsätze bei Spielen zur bzw. während der Fußball-EM. Erinnert sei nur an den gebürtigen Malchiner und heutigen Dortmund-Coach Thomas Doll, der in der EM-Quali 1988 drei Spiele für die DDR bestritt und dann zur EURO 1992 (Quali und Endrunde) neunmal das DFB-Trikot überstreifte.

Nicht zu vergessen sind die Einsätze von „Sprotte“ Hans-Ulrich Grapenthin, dem Torwart aus Wolgast, zwischen 1976 und 1980. Erinnert sei auch an Jürgen Heinsch (1964), Gerd Kische (1972-1980 12 EM-Quali-Spiele und 1976 gar Olympiasieger !), den gebürtigen Rostocker Norbert Trieloff (Olympia-Zweiter 1980), den gebürtigen Schweriner Kicker Wolf-Rüdiger Netz (EM-Quali-Einsatz 1980), Herbert Pankau (5 Einsätze in der EM-Quali 1968) oder den gebürtigen Wismarer und Hansa Rostock-Spieler Joachim Streich (17 Einsätze in der EM-Quali zwischen 1972 und 1984 mit 9 Toren) – um nur einige Beispiele zu nennen …

FC Hansa Rostock 2005Der ewige Medaillenspiegel aller Fußball-EM von 1968 bis 2004 (einschließlich Fußball-Europacup für Nationalmannschaften 1960/64)

Nation – Gold – Silber – 3./4.Platz (Halbfinale)

01.Deutschland: 3-2-1
02.Frankreich: 2-0-2
03.Russland: 1-3-1
04.Tschechien: 1-1-3
05.Italien: 1-1-2
06.Spanien: 1-1-0
07.Holland: 1-0-4
08.Dänemark: 1-0-2
09.Griechenland: 1-0-0
10.Jugoslawien: 0-2-1
11.Portugal: 0-1-2
12.Belgien: 0-1-1
13.England: 0-0-2
14.Ungarn: 0-0-2
15.Schweden: 0-0-1

> Eröffnungsspiel der EURO 2008: am 7.Juni 2008 um 18.00 Uhr – Schweiz vs. Tschechien in Basel
> Vorrundenspiele der DFB-Auswahl – am 8.Juni 2008 um 20.45 Uhr vs. Polen, am 12.Juni um 18.00 Uhr vs. Kroatien, am 16.Juni 2008 um 20.45 Uhr vs. Österreich
> Finale „Deutschland vs. Italien 2:0 nach Verlängerung“ 😉 am 29.Juni 2008 um 20.45 Uhr in Wien

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Exkurs: Nicht der „Mann mit dem goldenen Colt“, aber der „Kicker mit dem goldenen Pass“
– der vorpommersche Fußballspieler Erich Hamann (und andere „Fußball-Virtuosen“ aus M-V)

Kurz vor der EURO 2008 „dürfen“ die Fußball-Fans aus M-V auch noch einmal auf ihre Fußball-Könner zurückblicken …

Achim Streich aus WismarSo waren die Rostocker Kicker Wolfgang Bartels, Jürgen Heinsch, Herbert Pankau und Klaus Dieter Seehaus bei den Olympischen Spielen 1964 nicht nur Teilnehmer, sie konnten sogar die Bronzemedaille erkämpfen. Herbert Pankau sowie Klaus-Dieter Seehaus wurden viermal in WM-Qualifikationen der DDR-Auswahl eingesetzt und wussten dabei gegen Teams wie z.B. Italien oder Wales zu überzeugen.

Wolfgang Bartels hatte zwei Einsätze in der DDR-Mannschaft und Torwart Jürgen Heinsch stand siebenmal im DDR-Gehäuse. Hans-Ulrich „Sprotte“ Grapenthin aus Wolgast (Olympiasieger 1976 !) stand 21 Mal im DDR-Tor und der Rostocker Goalie Bernd Jakubowski errang 1980 Olympia-Silber, ebenso wie der gebürtige Schweriner Stürmer Wolf-Rüdiger Netz. Der Vorpommer Erich Hamann, 1944 in Pasewalk geboren, der u.a. für Pasewalk, Greifswald, Neubrandenburg und Frankfurt/Oder spielte, war einer der WM-Helden von 1974.

DDR-FRG 1974Olympische als auch WM-Endrunden-„Luft“ konnten in den 1970ern Joachim Streich und Gerd Kische genießen. Streich erkämpfte 1972 bei den Olympischen Spielen 1972 in München die Bronzemedaille mit der DDR-Equipe. Kische holte 1976 mit dem kürzlich verstorbenen Nationaltrainer Georg Buschner gar Olympia-Gold.

Ein besonderes Erlebnis war dabei das innerdeutsche Duell DDR gegen das DFB-Team von Trainer Jupp Derwall, in dem solche starken Spieler wie Uli Hoeneß, der heutige Bayern-Manager, Jürgen Kalb, der bekannte Sportjournalist, und der derzeitige Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld, einer der besten deutschen Trainer der Gegenwart, eingesetzt wurden. Das Spiel war ausgeglichen und von enormer Spannung. Joachim Streich konnte in der 53.Minute – nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Uli Hoeneß – sogar die 2:1-Führung erzielen. Zwar kam die DFB-Auswahl dank O.Hitzfeld noch einmal zum Ausgleich, aber in der 82.Minute „setzte“ Eberhard Vogel dann den 3:2-Siegtreffer für Deutschland-Ost.

Stark präsentierte sich die DDR-Elf zwei Jahre später bei der WM-Endrunde 1974 in der Bundesrepublik. In der Vorrunde gab es den legendären 1:0-Sieg gegen das Team um Franz Beckenbauer, wobei der Pasewalker Erich Hamann den „tödlichen Pass“ auf Jürgen Sparwasser gab, ein 1:1 gegen Chile und einen 2:0-Triumph gegen Australien (mit einem Treffer von Joachim Streich). In der Zwischenrunde war die Konkurrenz aus Brasilien (0:1) und Holland (0:2) allerdings überlegen. Gegen Argentinien konnte das Team von Joachim Streich und Gerd Kische beim 1:1 aber gut mithalten (zumal Streich hier seinen zweiten WM-Treffer erzielte) und belegte in der WM-Endabrechnung einen hervorragenden 6.Platz. Gerd Kische wurde bei der WM 1974 sechsmal und Joachim Streich viermal eingesetzt.

Carsten Jancker (li.)Joachim Streich wurde im April 1951 in Wismar geboren und spielte zunächst für Aufbau Wismar bzw. für die TSG Wismar (bis 1967), ehe er dann von 1967 bis 1975 für Hansa Rostock erfolgreich war. Zwischen 1975 und 1985 kickte der Wismarer Fußballspieler dann für Magdeburg. Von 1969 bis 1983 war Streich auch in der DDR-Nationalmannschaft der Top-Stürmer (98 A-Länderspiele plus 4 Olympiaspiele mit 55 Toren.

In der gegenwärtigen DFB-Mannschaft hat aus M-V der Neubrandenburger Tim Borowski (Verein: noch Werder Bremen) noch Chancen, an der EM-Endrunde 2008 in der Schweiz und in Österreich teilzunehmen.

Marko Michels

F.: DOG (5), M.M. (1), Autogrammfotos (4)

> Nach der EM-Nominierung am 16.Mai 2008: Der Neubrandenburger Tim Borowski ist definitiv im DFB-Aufgebot zur EM 2008 ! mm


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