Handball-WM 2007: Deutsche Frauen mit Medaillen-Hoffnung

In zehn Tagen beginnt die Frauen-WM im Handball …

Einen sportlichen Kracher der Extra-Klasse wird es im Dezember in verschiedenen französischen Städten geben – die 18.Frauen-Handball-WM.

Logo Handball-WM (F) 2007Vom 2. bis 16.Dezember wetteifern 24 Teams um die Krone im Frauen-Welthandball und das DHB-Team um Trainer Armin Emrich muß sich in der Vorrunde mit Korea, dem Olympia-Zweiten von 2004, Außenseiter Paraguay und dem WM-Dritten von 2005, der Ukraine, auseinandersetzen.

Zur Zeit weilt die deutsche Mannschaft im niedersächsischen Barsinghausen, um sich in der Anlage des Gilde Sporthotels Fuchsbachtal, den „letzten Schliff“ für das WM-Turnier zu holen.

„Wir trainieren hier sehr konzentriert und frischen unser Repertoire auf, um für die WM gerüstet zu sein !“, erklärt der Bundestrainer.

Die Fans des deutschen Teams können dieses Mal wahrlich „in die Röhre sehen“, denn „Eurosport“ wird auf jeden Fall 15 Spiele live zeigen, darunter alle drei Vorrundenspiele der DHB-Auswahl sowie das Finale am 16.Dezember in Paris.

„Dank Eurosport erhalten wir wieder ein großes Forum, über das wir auch die TV-Zuschauer daheim für unseren fantastischen Sport begeistern können.“, freut sich Emrich über das Engagement des Sportsenders.

Zwei absolute Ausnahme-Handballspielerinnen hat „Team Germany“ 2007 in den eigenen Reihen:

Nadine KrauseEinerseits Grit Jurack, die bei Viborg HK spielt und in 238 Partien 1213 Treffer erzielte, was DHB-Rekord ist, andererseits Nadine Krause ( Kopenhagen), die Welt-Handballspielerin 2006 und die Welt-Torjägerin Nr. 1 bei den letzten EM und WM.

Gerade Grit Jurack ist „heiß“ auf das Vorrundenspiel gegen die Ukraine, erzielte sie doch gegen die gleiche Mannschaft in der WM-Hauptrunde 2005 die meisten Tore.

Dass die deutschen Handball-Frauen in einer klasse Verfassung sind, bewiesen sie beim Sechs-Länder-Turnier Mitte Oktober in Rotterdam, als sie ungeschlagen Erste wurden.
Vielleicht folgt ja auf das „goldene Februar-Märchen“ der Handball-Männer nun ein ebenso „goldiger Jahresausklang“ durch die deutschen Handball-Frauen ?!

Bei den letzten großen Turnieren zeigten die deutschen Handball-Mädel, dass sie unbedingt zur Weltklasse gehören: bei den letzten WM gab es den 6.Platz, bei den letzten EM Rang vier.
Weltmeisterschaften im Damen-Handball gibt es mittlerweile seit 1957.

In Jugoslawien wurde das erste WM-Turnier ausgetragen und der erste Frauen-Handball-Weltmeister war die Tschechoslowakei, die im Finale 1957 Ungarn bezwang.
Das erste deutsche WM-Edelmetall folgte 1965 bei den WM in Deutschland. Hinter Ungarn und Jugoslawien erkämpfte „frau“ Bronze.

Die bisherigen WM-Titel gingen an die Sowjetunion/Russland (5 – 1982, 1986, 1990, 2001, 2005), Deutschland (4 – 1971, 1975, 1978, 1993, dazu 3 x Bronze), Ungarn (1965), Jugoslawien (1973), Korea (1995), Dänemark (1997), Norwegen (1999), die Tschechoslowakei (1957), Rumänien (1962) und Frankreich (2003). In die Medaillen-Phalanx dieser „großen 10“ konnte bislang nur Österreich 1999 (Bronze) „eindringen“.

Beim letzten WM-Titel für Deutschland 1993 sorgte auch eine Mecklenburgerin für viel Furore: Heike Axmann- Dombrowski aus Wismar.

Heike Axmann (Mitte)Diese war bereits in ganz jungen Jahren eine engagierte Handballspielerin: „Ich hatte mich schon als Kind sehr für den Handballsport begeistert. In der dritten Klasse wurde ich dann in der Schule gesichtet und bin dann ab der 4.Klasse ins Trainingszentrum in Wismar eingetreten.“, verrät die Hanseatin.

Der Höhepunkt ihrer Karriere war dabei der WM-Titel 1993. Als Trainerin in Buxtehude lernte die Wismaranerin auch die Tätigkeit „neben der Spielfläche“ kennen.

„Ich hatte auf jeden Fall das Glück beide Seiten kennen zu lernen, denn man versteht die damals betreuenden Trainer heute viel besser, da man jetzt die (spielerischen) `Dinge` von der Seite des Trainers sieht und erlebt.“, meint hierzu Heike Axmann.

Seit 1976 ist Frauen-Handball auch olympisch. Die Premieren-Siegerinnen in Montreal kamen aus der Sowjetunion.

Im silbernen DDR-Team waren mit Gabriele Badorek, Hannelore Burosch, Eva Paskay und Christina Voß ebenfalls vier Spielerinnen aus Rostock.

Bei den Spielen 1980 in Moskau wiederholte die UdSSR ihren Triumph. Die DDR belegte mit der Rostockerin Sabine Röther Platz drei. Die weiteren Olympiasiegerinnen im Frauen-Handball: 1984 in Los Angeles – Jugoslawien, 1988 in Seoul – Korea, 1992 in Barcelona – Korea, 1996 in Atlanta – Dänemark, 2000 in Sydney – Dänemark und 2004 in Athen – Dänemark.

Seit den Spielen 1984 spielt auch Korea eine überragende Rolle im Frauen-Handball: 2 x Gold, 3 x Silber, 1 x 4. – eine beeindruckende Ausbeute …

Die erfolgreichste Handballspielerin in „ostdeutschen Landen“ ist übrigens Waltraud Kretschmar vom SC Leipzig. Sie war dreimal Weltmeisterin (1971, 1975, 1978), gewann zwei Olympia-Medaillen (1976/Silber, 1980/Bronze), war 10 x DDR-Meisterin mit Leipzig und gewann mit den Sächsinnen auch zweimal den Europapokal der Landesmeister (1966/1974). Nicht viel nach stand Waltraut Kretschmar die Berlinerin Kristina Richter, die auch dreimal WM-Gold und zwei Olympia-Medaillen holte; viermal erkämpfte sie mit dem TSC Berlin den DDR-Meistertitel. Dazu kamen noch drei Europacup-Triumphe (1977-1979) mit den Damen aus „Spree-Athen“.

Die deutschen Damen sind aber motiviert, nun beim Welt-Championat 2007 zumindest nach 1997 (Bronze) wieder eine WM-Medaille zu gewinnen …

Vielleicht sogar mehr !

Die Vorrundenspiele der deutschen Handball-Frauen:

? 2.Dezember 2007 ab 16 Uhr: Deutschland vs. Ukraine
? 3.Dezember 2007 ab 16 Uhr: Deutschland vs. Paraguay
? 4.Dezember 2007 ab 18 Uhr: Deutschland vs. Korea

M.Michels

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